
Mürringen. - Zum großen Treffen der Familien Velz und Vilz am vergangenen Samstag konnte ein sehr seltener Gast in Mürringen begrüßt werden. John William Velz reiste eigens aus den Vereinigten Staaten an, um seine Großfamilie in der belgischen Eifel kennenzulernen. Dabei ist das Familienband in die Staaten noch nicht sehr lange geknüpft.
Als Alfons Velz eines Abends seinen Familiennamen in eine Suchmaschine des Internet eingab, rechnete er eigentlich überhaupt nicht damit, auf diesem Wege seine Familie zu vergrößern.
Alfons Velz, der selbst an der Bischöflichen Schule in St.Vith deutsche und englische Literatur unterrichtet, wurde natürlich sofort aufmerksam und schickte postwendend ein E-Mail an die Adresse in den USA: »Kann es sein, daß wir miteinander verwandt sind?«.
Zehn Tage lang hörte er erst einmal nichts, doch dann kam ein langes Mail.
Die Familienbibel des besagten John W. Velz im fernen Austin/Texas hatte Aufschluß darüber gegeben, daß der Urgroßvater des amerikanischen Literaturwissenschaftlers, ein gewisser Matthias Velz um 1830 in ... Mürringen geboren worden war und daß die Familie später in "Feirfeis", wo Mathias in einer Wollfabrik gearbeitet habe, gelebt haben mußte.
Gespannt suchten seitdem die Velz in Mürringen und in den USA nach ihren gemeinsamen Wurzeln. Und sie wurden fündig: Matthias Velz, der Urgroßvater von John W. Velz, wurde in der Tat in Mürringen geboren, und zwar im Jahre 1832. Er hat dann 1856 Anna Maria Roehl aus Honsfeld geheiratet, mit der er noch bis 1864/65 in Mürringen gelebt hat. So sind auch die ersten Kinder, Hilarius, Anna und Johann ("John Mathias," * 1863) noch in Mürringen geboren.
Jahr
später. Überlebt haben die Epidemie seine Frau Anna Maria Röhl,
seine Tochter Anna und sein Sohn Johann Mathias (der Großvater von
Jn Velz). Frau Anna Maria Velz-Röhl hat dann wieder geheiratet (einen
Herrn Johann Hilgers, bisherigen Erkenntnissen nach aus Crombach stammend)
und ist dann mit ihm und den beiden Velz-Kindern gegen 1872 nach Minnesota
(USA) gezogen. Das heißt also, daß sämtliche Vorfahren
von John Velz von seinem Großvater an aufwärts in Mürringen
gelebt haben.
Wie nun auch das genaue Verwandtschaftsverhältnis sei, zuerst einmal sind die Velz und Vilz glücklich, auf diesem zufälligen Wege einen bisher unbekannten Zweig ihrer Familie entdeckt zu haben.
John Velz bei seinen Recherchen im Standesamt von Verviers
»Es wurde sehr interessiert nach Verknüpfungspunkten gesucht, einige - besonders auch jüngere - Familienmitglieder spürten jetzt mit viel Mühe ihren Wurzeln nach», berichtet Alfons Velz.
Der »Onkel« aus Amerika lieferte hier natürlich noch einen zusätzlichen Antrieb. John W. Velz, der selbst als Wissenschaftler sehr viel unterwegs ist, ist in Mürringen besonders begeistert von der »communitas«, der Einheit der Dorfbevölkerung. »Das Zusammenleben ist mein erster und stärkster Eindruck von Mürringen. In Amerika findet man diesen Zusammenhalt nicht so, die Leute haben einen zu unterschiedlichen Hintergrund.« Seine eigene Familie hat es in alle vier Ecken der Vereinigten Staaten verschlagen, so ist es für ihn nichts ungewöhnliches, über Internet mit seinen Verwandten in Kontakt zu stehen.
Doch auch in Amerika
finden regelmäßig Familientreffen der Velz statt: Etwa einhundert
Personen zählt die Großfamilie in Übersee.
Durch Heirat wurde der Name jedoch nicht mehr weitergegeben, so daß John W. Velz, selbst Vater von fünf Töchtern, praktisch der letzte »Velz« dieses Familienzweigs sein wird.
Bei der Rückkehr in die Staaten erwartet die Familie natürlich mit Spannung seine Erzählungen und Fotos von den entfernten Verwandten in Mürringen.
John Velz war drei Tage bei Familie Alfons Velz-Palm in Mürringen zu Gast. Von dort aus startete die Ahnensuche
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