Jugendfahrdienst
Büllingen 176
Telefon 080 / 64 72 00
Montag, Mittwoch und Freitag
von 20 bis 21 Uhr
Nach dem tragischen Tod der beiden Büllinger Jugendlichen Frederik Genten und Marc Lauter im Jahre 1995 war in der ostbelgischen Presse ein
Appell der Bürgermeister der Eifelgemeinden zu lesen, ein Aufruf zur Vernunft und Mitarbeit zwecks Verbesserung der Verkehrssicherheit. In diesem öffentlichen
Aufruf war neben Ankündigung von Maßnahmen u.a. von der Eigenverantwortung aller Bürger die Rede.
Seit dieser Zeit besteht auch der Jugendfahrdienst "Frederik und Marc", der sich zum Ziel gesetzt hat, tragischen Unfällen mit Jugendlichen
vorzubeugen, indem er junge Menschen der Altgemeinden Büllingen und Rocherath zwischen 14 und 18 Jahren nachts ehrenamtlich nach Hause
bringt, und zwar von 0 bis 5 Uhr
Der "Erfolg" hat uns recht gegeben: der Dienst ist ausgiebig genutzt worden. Mehr noch: wir stellen fest, daß seitdem immer mehr Jugendliche und Eltern verantwortungsvoll und bewußt mitgearbeitet haben, sei es im Jugendfahrdienst "Frederik und Marc"oder bei der Mithilfe an einer Sensibilisierung der Menschen unserer Gegend durch Versammlungen, Presseinformationen und Veranstaltungen (wie z.B. der alkoholfreie Ball "Just for Music").
Einzelaktionen von privater Seite (wie z.B. Fahrgemeinschaften, Jugendfahrdienste, alkoholfreie Bälle, Versammlungen zur Bewußsteinbildung bei Jugendlichen und Erwachsenen u.ä.) sind gut und sinnvoll und haben auch schon Wirkung gezeigt. Sie werden jedoch erst dann voll greifen können, wenn die für die allgemeine Sicherheit zuständigen Behörden diesen Initiativen durch begleitende Maßnahmen den Rücken stärken.
Wir warten auf konkrete Ergebnisse der Gespräche, die nach Schilderung des Büllinger Bürgermeisters Gerhard Palm auf interkommunaler Ebene im Gange sind.
Mit dem Engagement der Behörden wird die Initiative "Frederik und Marc“ auch nicht den Mut verlieren und aufgeben, sondern gemeinsam mit Jugendlichen, Veranstaltern und Eltern an neuen Wegen zu sinnvoller und frohmachender Freizeitgestaltung weiter bauen können.
Im Juni 1996 erging ein Brief mit einer Unterschriftensammlung an die Bürgermeister und Gemeinderäte der fünf belgischen Eifelgemeinden
Das Echo war erher kärglich: Drei Gemeinden antworteten überhaupt nicht, eine ausweichend, lediglich die Gemeinde Büllingen antwortete ausführlicher und stellte weitere Aktionen auf interkommunaler Ebene in Aussicht.
Hier der Wortlaut des Briefes, der mit den Unterschriften an die Gemeindevertreter ging:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Sehr geehrte Damen und Herren Schöffen, Sehr geehrte Damen und Herren Gemeindemandatare !
Vor Jahresfrist, nach dem tragischen Tod der beiden Jugendlichen Frederik und Marc, war in der ostbelgischen Presse ein Appell der Bürgermeister der Eifelgemeinden zu lesen, ein Aufruf zur Vernunft und Mitarbeit zwecks Verbesserung der Verkehrssicherheit. In diesem öffentlichen Aufruf war neben Ankündigung von Maßnahmen u.a. von der Eigenverantwortung aller Bürger die Rede.
Kurz darauf rief der Jugendtreff Büllingen zusammen mit einer Reihe von besorgten Eltern den Jugendfahrdienst "Frederik und Marc“ ins Leben . Außerdem ist bei Menschen unserer Gegend durch Versammlungen, Presseinformationen und Veranstaltungen (z.B. der alkoholfreie Ball "Just for Music") eine Bewußtseinsbildung in Gang gesetzt worden.
Die Gendarmeriebehörden haben ebenfalls eine Reaktion gezeigt; die Kontrollen sind verstärkt und gezielt durchgeführt worden.
Heute, nach einem Jahr, stellen wir fest, daß immer mehr Eltern verantwortungsvoll und bewußt mitarbeiten, doch immer häufiger hören wir von den Eltern und den Mitarbeitern des Jugendfahrdienstes, daß sie sich von den Behörden alleingelassen fühlen. Immer stärker häufen sich die Fragen:
Die Eltern sind der Ansicht, daß Einzelaktionen von privater Seite (wie z.B. Fahrgemeinschaften, Jugendfahrdienste, alkoholfreie Bälle, Versammlungen zur Bewußsteinbildung bei Jugendlichen und Erwachsenen u.ä.) zwar gut und sinnvoll sind, jedoch kaum Wirkung zeigen können, wenn die für die allgemeine Sicherheit zuständigen Behörden ihnen nicht durch begleitende Maßnahmen den Rücken stärken. Wie können Eltern oder alleinerziehende Elternteile ohne strikte, engagierte und rigorose Maßnahmen seitens der Behörden der ständig steigenden Flut von oft sinnentleerten, nur durch materielle Habgier motivierten Veranstaltungen, wirksam entgegentreten ?
Deshalb richten die unterzeichnenden Personen, die sich seit längerer Zeit Sorgen machen, einen dringenden Appell an die Gemeindeverantwortlichen der fünf Eifelgemeinden, endlich konkrete Schritte zu unternehmen, damit Initiativen wie die unsere nicht den Mut verlieren und aufgeben, sondern gemeinsam mit Jugendlichen, Behörden, Veranstaltern und Eltern an neuen Wegen zu sinnvoller und frohmachender Freizeitgestaltung bauen können.
(Es folgten ca 600 Unterschriften, von Bürgern anläßlich des Frühjahrsmarktes im Juni 1996 gesammelt.)
Der Jugendliche erhält gratis eine Art "Fahrdienst-Ausweis" Auf der Vorderseite steht:
Jugendfahrdienst-Ausweis , der Name des Jugendlichen, der Vorname, die Telefonnummer des Jugendtreffs von Büllingen (64.72.00), das Geburtsdatum
und die persönliche Code-Nr des Jugendlichen.
Wenn der Jugendliche am Wochenende nachts heimgefahren werden will, ruft er die Nummer des Jugendtreffs an. Der Anruf wird automatisch weitergeleitet an den Dispatcher, der den Anruf entgegennimmt, die Code-Nr und den Namen überprüft, mit dem Jugendlichen einen Treffpunkt und eine Zeit vereinbart und schließlich den Fahrer anruft und auf den Weg schickt.
Die Rückseite seiner Karte enthält folgende Bemerkung:
Der Jugendfahrdienst ist eine Initiavive von freiwilligen Jugendlichen und Erwachsenen: deshalb nehme ich ihn nur in Anspruch, wenn ich keine
seriöse Fahrgelegenheit (Eltern, Jugendlicher ohne Alkohol, Balltaxi,...) gefunden habe und wenn ich folgende Regeln akzeptiere:Kippe aus,
anschnallen, Klappe zu, Kotzverbot
Das heißt, daß der Jugendliche sich an folgende Regeln hält: Wenn ich diese Karte gebrauche - und ich tue dies nur, wenn ich keine andere seriöse Fahrgelegenheit habe finden können - dann erkläre ich mich mit den folgenden Verhaltensregeln einverstanden:
Der Dispatcher bleibt sozusagen die ganze Nacht auf. Er nimmt die Anrufe der Jugendlichen entgegen und überprüft anhand einer Liste mit Code-Nr. und Namen die Personalien des Anrufers (zum Schutz gegen Mißbrauch). Nach Möglichkeit drängt er die Jugendlichen darauf, Fahrgemeinschaften zu bilden. Erst wenn er diese "Formalitäten" erledigt hat, ruft er einen der Fahrer an, die in Bereitschaft sind. Dies sind:
Die Organisation und das Sekretariat liegen in den Händen von:
Sie können unserer Initiative als Fahrer(in) oder Dispatcher(in) jederzeit beitreten, indem Sie ein e-mail an alfvelz@euregio.net
schicken mit Namen, Vornamen, Telefon und Adresse. Jeder Einsatz, jedes Opfer hilft uns, die nächtliche Sicherheit für
unsere Jugendlichen zu erhöhen.
Auch wenn Sie ganz einfach nur mehr Informationen wünschen oder eine Bemerkung loswerden möchten, können Sie uns
kurz anmailen ! Wir freuen uns über jede Reaktion.
Sekretariat: Katja Fohnen
4760 Büllingen184
Tel 080 / 64 75 84
e-mail : alfvelz@euregio.net
Bilanz 1997 (Grenz-Echo-Artikel): Enttäuschend, was das Engagement der Gemeinden betrifft, positiv, was den Einsatz der Mitarbeiter angeht.
Letzte Änderung: Dezember 1998